Deutsche Telekom beschleunigt Internet mit einem neuen DSL-Standard

Die Telekom hat vor, das DSL-Netz weiter auszubauen. Mit der neuen DSL-Technologie Vectoring  soll das Internet für Privatkunden beschleunigt werden. Die maximale Bandbreite beträgt dann 100 Megabit pro Sekunde. Bisher sind 57 Ortsnetze mit der neuartigen Technik ausgestattet. Der neue Standard funktioniert über die herkömmlichen Kupfer-Telefonleitungen. Durch Vectoring wird nicht nur die Geschwindigkeit deutlich angehoben, sondern auch die Störanfälligkeit reduziert.
imagesIm Moment profitieren vor allem Kunden, die bereits die schnellen VDSL-Anschlüsse gebucht haben. Während sie ohne Vectoring mit 50 Megabit pro Sekunde im Netz surfen, bietet die Telekom ihnen an, für einen Aufpreis von monatlich 5 Euro auf die Vectoring-Flatrate umzusteigen. Somit belaufen sich die Kosten für die neue Flatrate auf 44,95 Euro. Doch auch Neukunden werden gelockt, denn sie erhalten in den ersten 10 Monaten, nachdem der Vertrag abgeschlossen wurde, einen Rabatt von 10 Euro.

Wer zusätzlich das IP-TV-Angebot Entertain in Anspruch nehmen möchte, zahlt noch einmal 5 Euro drauf.
Für den Netzausbau hat die Telekom in den 57 Ortsnetzen, zu denen circa eine Million Haushalte gehören, bis jetzt schon 3000 Kilometer neue Glasfaserkabel verlegt sowie mehr als 6000 neue Verteilerkästen eingebaut. Konzentriert hat sich die Telekom vor allem auf Orte, in denen es eine Konkurrenz durch Fernseh-Kabelnetzbetreiber gibt, damit niemand eine Monopolstellung der Telekom erwartet. Der DSL-Anbieter gibt an, dass schon bis zum Ende dieses Jahres mehr als drei Millionen Haushalte an die Vectoring-Technologie angebunden werden sollen.
Die VDSL-Kunden, die bereits die für Vectoring notwendige Technik in ihrem Ort besitzen, können schon heute auf das schnellere DSL umsteigen. Denn das VDSL-Modem wird einfach durch ein Software-Update auf den aktuellen Stand gebracht und ist dann in der Lage, die Vectoring-Technologie einzusetzen. Alle anderen Vectoring-Neukunden erhalten kostenlos ein neues Modem für die neue DSL-Technologie.
Die Sache hat jedoch auch einen Haken, denn Kunden, die nicht nah genug am Verteilerkasten wohnen, werden von der neuen Technologie nicht profitieren. Vectoring funktioniert so, dass die Interferenz, die zwischen den einzelnen Kupfer-Doppeladern in den Kabeln entsteht, unterbunden wird. Dafür wird ein Gegensignal abgegeben, welches jedoch nach circa 500 Metern bereits deutlich seine Wirkung verliert, während nach 800 Metern Leitungslänge überhaupt kein Vorteil mehr erkennbar ist. Unsicher ist auch, ob die Kunden von Vectoring profitieren, in deren Ortsverteilern schon jetzt verschiedene DSL-Anbieter ausgebaut haben. Das gilt für näherungsweise 3 Prozent der Kabelverzweiger. Nur wenn sich die verschiedenen Anbieter hier einig darüber werden, welcher Konkurrent den Zuschlag zum Ausbau auf Vectoring-DSL erhält, kann die Umrüstung erfolgen.
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