Virtual Reality: Durovis Dive

Virtual Reality. Mitte der 1990er war es eines der Technikthemen, das Interesse daran ebbte dann aber auch ziemlich schnell wieder ab. Jedenfalls im privaten Bereich. Im industriellen Bereich wurde stetig an der Verbesserung gearbeitet, so z. B. bei der Nutzung im Automobilsektor oder bei Flugsimulatoren der Fluggesellschaften.

Seit einiger Zeit keimt allerdings wieder neues Interesse an der
virtuellen Realität für Heimanwender auf, was nicht zuletzt an der
Einführung der 3D-Technik liegen dürfte. Der Markt an VR-Lösungen ist bislang noch relativ überschaubar, sodass die Entwickler der Münsteraner Start-Up-Firma Durovis mit ihrer Lösung bislang nicht viel Konkurrenz fürchten müssen.

Mobile Realität
Ausgelegt ist die Durovis Dive für mobile Endgeräte respektive
Smartphones. Es werden die aktuellen Modelle, welche mittels iOs oder Android betrieben werden unterstützt. Einzige Einschränk ist, dass das Gerät eine maximale Displaygröße von 5 Zoll aufweisen darf. Man darf davon ausgehen, dass das Gerät hauptsächlich von Androidnutzern genutzt wird, da die Restriktionsvorgaben für jeweilige Apps hier wesentlich niedriger sind als die Vorgaben von Apple.

Die Brille entpuppt sich bei erster Betrachtung wirklich als Brille.
Keine eigene Hardware sondern lediglich ein Gestell für die
Brillengläser und seitlichen Sichtschutzvorrichtungen. Das jeweilige Smartphone wird in den vorgesehenen Einschub gesteckt und liefert dank Bewegungssensor, Gyroskop und dem eigenen Display die 3D-Bilder im Side-by-Side Verfahren.

Hierbei wird der Bildschirm auf beide Linsen gleichermaßen projiziert, dadurch erlangt die genutzte App die gewünschte Dreidimensionalität. Der Abstand des Displays zu den Augen
beträgt circa 15 cm und ist somit näher am eigenen Gesicht als bei der normalen Benutzung. Die entsprechende App vorausgesetzt erfährt der Nutzer die neue Realität.

Theorie ja, Praxis nunja
Was sich in der Theorie durchaus interessant anhört hat in der Praxis allerdings einige Schwächen. So geht der Vorteil der Smartphones im Hinblick auf einen schnellen Wechsel zwischen den einzelnen Apps völlig unter. Wer eine laufende App beenden möchte um eine neue zu starten muss das Smartphone aus der Brille entfernen, die neue App starten und dann das Gerät wieder in die Brille einsetzen. Abhilfe könnte hier vielleicht eine integrierte Fernsteuerung bieten. Mehr bei http://virtualrealityheadset.org/

Ebenso ist das Angebot reiner VR-Apps in den entsprechenden Stores derzeit noch sehr begrenzt und es werden fast nur kostenpflichtige Techdemos angeboten.

Fazit
Der Mehrwert der Durovis Dive ist in der aktuellen Form nicht erkennbar, da die technische Umsetzung zwar gelungen ist, aber, wie bereits erwähnt, in der aktuellen Phase kaum nutzbare Apps angeboten werden. Die Brille kann mittels App auch als reine 3D-Brille genutzt werden, jedoch dürften gerade Anwender, die einen 3D-TV ihr Eigen nennen können, die Brille von Durovis eher müde belächeln als wirklich begeistert sein.

Sollte sich das Appangebot innerhalb der nächsten Zeit verbessern, könnte die Brille ein gelungenes Gadget werden, nach jetzigem Stand ist eine Anschaffung jedoch nicht zwingend ratsam.